Gerichtsbesuch 7 b

EINE GANZE KLASSE VOR GERICHT!  

Keine Panik! Diese Schlagzeile stimmt nicht ganz: Wir - die Klasse 7b - waren am Gericht, nicht als Angeklagte, sondern als interessierte Zuschauer bei Gerichtsverhandlungen. Am 21.4. ging es schon am Morgen los in Richtung Weidener Amtsgericht. Dort angekommen durften einige Schüler von uns erst einmal die Sicherheitsschleuse passieren – ein Gefühl wie am Flughafen. Dann mussten wir leider noch etwas warten, bis die erste Verhandlung losging. Ungewohnt war zu Beginn, dass wir alle aufstehen mussten, als die Richterin Frau Biebl den Verhandlungsraum betrat. Die erste Hauptverhandlung handelte vom illegalen Besitz von Betäubungsmittel. Der Staatsanwalt las die Anklageschrift vor, die Zeugen und der Angeklagte wurden über ihre Rechte und Pflichten belehrt. Auch kam es zu Unterbrechungen – so ist es eben bei richtigen Gerichtsverhandlungen – eben anders als im Fernsehen. Der Zeuge im ersten Prozess wurde vernommen und schilderte das Verbrechen. Leider wurde die Verhandlung vertagt, da noch eine Zeugin geladen werden muss. Somit bekamen wir hier kein Urteil mit. 

Die zweite Gerichtsverhandlung war dann ein „kurzer Prozess“: Ein geringfügiger Diebstahl kam vor Gericht. Auch hier wurde die Anklage vorgelesen, der Zeuge belehrt und dann befragt. Nach der Entlassung des Zeugen wurde die Beweisaufnahme abgeschlossen und der Staatsanwalt stellte einen Strafantrag. Die Richterin zog sich zu Beratung zurück und als sie wiederkam, mussten alle Anwesenden aufstehen, um das Urteil („im Namen des Volkes“) zu hören: Wegen einschlägiger Vorstrafen muss der Angeklagte 2 Monate hinter Gitter. 

Die letzte Verhandlung für uns an diesem Vormittag war eine Fortsetzungsverhandlung. Es ging darin um Diebstahl und Körperverletzung. Neu war hier für uns, dass ein kleiner Junge als Zeuge geladen war. Nach dem Ende der Beweisaufnahme stellte der Staatsanwalt lang und breit seine Forderung. Dann kam der Verteidiger, der so lospolterte, dass ihn die Richterin ermahnen musste, sachlich zu bleiben und den Staatsanwalt nicht mehr zu beleidigen. Das Urteil der Richterin war in diesem Fall schon etwas überraschend – für den normalen „Zuschauer“ auf jeden Fall.    

So ging dieser spannende Vormittag zu Ende. Wir durften vor Ort erfahren, was Rechtsstaat bedeutet. Der Fragebogen von unserem Klassenleiter Herrn Sennert war dann schnell ausgefüllt – so viel GSE an einem Schultag hatten wir noch nie! Aber zum Glück standen wir ja nicht vor Gericht…

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